Sonne, Meer und irre Taxifahrer

Allgemein

Es folgt Teil 2 des letzten Eintrags, jetzt über über die vierte Woche hier in Jerusalem.

Nachdem wir also am Montag im Israelmuseum  (Bilder sind jetzt übringends Online!) gewesen sind, war Dienstag am 22.09. arbeiten angesagt. Abends lief wegen der englischen Woche Bundesliga, was natürlich nicht verpasst werden durfte.

Am Mittwoch begann das jüdische Fest Jom Kippur, ein Fest der Einkehr und des Nachdenkens, weshalb überall im Land Straßen gesperrt wurden und die Juden ihre Häuser so gut wie nicht verließen. Eine Besonderheit in diesem Jahr war, dass auf das selbe Datum, mit der Ausnahme, dass es bis zum Wochenende ging, das muslimische Opferfest fiel. Wieder mal ein Grund für Spannungen, die natürlich auch nicht ausblieben, aber auch ein Grund für einen freien Tag, weil kaum Menschen unterwegs waren und es sich nicht gelohnt hätte die Propstei zu öffnen.

Das haben Gesine und Ich gleich als Chance genutzt, die Grabeskirche mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Es juckte mich schon seitdem wir hier sind in den Fingern, weil ich mich u.a. für die Schule, aber auch so, sehr mit dem Gebäude auseinander gesetzt hatte. Es ist einfach nur faszinierend, wie so viele unterschiedliche Abspaltungen der christlichen Konfession zusammen auf einem Haufen leben können… und das über tausend Jahre.

Als wir also drinnen waren, hielt ich Gesine lange und breite Vorträge über die einzelnen Kapellen und Säulen, das Katholikum, dass im Mittelalter den Nabel der Welt darstellte, die Ädikula und viele weitere Dinge, die eigentlich Keinen interessieren. 😀

Gegangen sind wir, als ein griech.-orthodoxer Mönch uns immer zur Seite drängelte und kurz darauf sein Kollege mit einer Ladung Weihrauch ankam, die uns fast ohnmächtig werden ließ. Es ist echt schön, so ein bedeutendes und zugleich altes Gebäude in der direkten Nachbarschaft zu haben, auch wenn ich es bei den um 5 Uhr morgens läutenden Glocken oder den Umzügen von Pilgern vor unserer Tür manchmal ziemlich verfluche.

Den Rest der Woche wurde gearbeitet.

Samstag Abend fuhren Gesine und Kathrin nach Tel Aviv, Magnus und ich folgten am Sonntag Mittag, weil ich ja während des Gottesdienstes noch an der Rezeption sitzen musste. Eigentlich hatten wir vor dort eine Nacht zu verbringen, aber als wir dort angekommen waren,

stellten wir fest, dass aufgrund von Sukkot keine Busse nach Jerusalem nach Sonnenuntergang fahren würden… bis Dienstag!

Verdammte jüdische Feiertage, warum müssen die alle hintereinander stattfinden.

Also entschieden wir uns notgedrungen um und wandelten den Tag in einen Badeausflug um. Es hat sich trotzdem unglaublich gelohnt. Ich habe noch nie in meinem Leben einen so schönen Strand gesehen, sehr sauber, kilometerlang und nicht voll. 🙂

Endlich baden, was für ein Glück!

Nach den zwei traumhaften Stunden am Strand machten wir uns auf, weil wir noch den Shalomtower, einen der Wolkenkratzer, besteigen wollten. Dort angekommen: Zu.

Dieser Sukkot-Tag hatte uns wirklich einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Immerhin lernten wir auf diesem Trip mal das erste WIRKLICHE Großstadtleben in Israel kennen. Denn Tel Aviv lebt auf eine ganz andere Weise als Jerusalem es tut.

Wir bahnten uns also einen Weg zum Busbahnhof und kamen natürlich direkt in den nächsten Schlamassel. Alles war leer, alle Läden hatten zu.“Was ist hier los, die Sonne ist doch noch gar nicht untergegangen!“

Das Mittelmeer bei ca. 34 Grad

Es fuhren trotzdem keine Busse mehr. Warum nicht? Die Busfahrer wollten auf keinen Fall zu Beginn des Shabbat anlässlich des Sukkot irgendwo im Stau oder zwischen Tel Aviv und Jerusalem stecken.

An der Bushaltestelle lernten wir zwei Engländer und eine Deutsche kennen, die das selbe Problem hatten. Wir taten uns also zusammen und nahmen uns ein Sherut, ein israelisches Großraumtaxi.

Nachdem der Taxifahrer versuchte uns abzuzocken, es ihm aber nur sehr schwer gelang (wir bezahlten jeder 35 Schekel, also etwas weniger als 10 € für die Fahrt), folgte die wohl komischste, skurillste, aber auch lustigste Autofahrt unseres Lebens – sowohl was den Gesang, den Tanz und auch die Beleidigungen des Fahrers (gegen Polizisten) betraf.

 

Immerhin kamen wir gesund und ohne weitere Schäden zuhause an und das war ja das Wichtigste. 🙂

Der nächste Artikel kommt nächste Woche über die fünfte Woche. Darin werde ich etwas über Schakale, mein erstes Karatetraining zuhaus und das Erntedankfest erzählen.

Bis dann!

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