Kaffee, Bier und alte Steine

Allgemein

Liebe Blogleser! 🙂

In den letzten zwei Wochen ist viel passiert. Deshalb möchte ich den nächsten Artikel in zwei Teile aufspalten, um euch nicht mit Infos, Eindrücken und Ereignissen zu überfluten.

Zunächst werde ich Euch von meiner dritten Woche hier in Jerusalem erzählen.

Es gab drei sehr prägende und zugleich spannende Ereignisse :

Das Jom-Kippur-Fest der Juden, das Taybeh Oktoberfest und meine freiwillige Arbeit im Café am Sonntag.

So langsam pendelt sich auch hier bei mir der Alltag ein. Aus diesem Grund gibt es natürlich auch nicht so viel zu erzählen, wie am Anfang meiner Zeit hier. So schauen wir abends mittlerweile oft gemeinsam Filme in der WG, ich schaue, wenn mir langweilig ist oder ich an der Rezeption sitze immer mal eine Folge der TV-Serie „Breaking Bad“ und komme tatsächlich, das erste Mal seit der Zeit vor dem Abi aktiv zum Lesen.

Ein beginnender Arbeitstag im Café

Unsere Terrasse im Kreuzgang

In den letzten Tagen habe ich mein Buch „Die lange Erde“ von Pratchett & Baxter  beendet und kann nun ein Neues anfangen.

Und natürlich halte ich auch meiner Hertha die Treue und schaue regelmäßig Bundesliga.

Nunja, nach meinem letzten Bericht passierte zunächst nichts Bedeutendes:

Mittwoch war After-Work-Party und Donnerstag war ich, wie üblich, im Café arbeiten.

Freitag Abend saßen wir mit allen Volos im Kreuzgang und aßen gemütlich zusammen und tranken ein Wochenendbierchen.

Am Samstag folgte jedoch das Highlight der Woche: wir fuhren zum Taybeh Oktoberfest.

Taybeh ist übrigens nicht nur ein palästinensischer Ort in der Westbank, sondern auch die einzige palästinensische Biermarke. Dieses Oktoberfest kann man sich aber nicht vorstellen, wie ein Deutsches. Hier lief sowohl palästinensischer Rap, als auch pal. Indie-Rock oder Folk. Das ganze wurde auf dem Brauereigelände veranstaltet, von dem man einen wunderschönen Blick in die Hügel hatte.

Die Stimmung war super, es wimmelte von Deutschen und Palästinensern und es wurde viel getanzt, sowohl europäisch, als auch arabisch.

Das Taybeh-Brauerei-Gelände

Der Sonnenuntergang vermittelte eine…

.. sehr nachdenkliche Stimmung! 🙂

Nach einer lustigen Rückfahrt im Bus war ich am Sonntag wieder für den Rezeptionsdienst eingeteilt. Danach fuhr ich auf den Ölberg ins Café und half Lissy, unserer Volo-Vorgängerin, die mittlerweile das Café leitet, dabei, einen Kindergeburtstag zu betreuen, weil die Anderen am Morgen nach Ramallah in die Westbank gefahren waren.

Für mich lohnte sich der Nachmittag: es gab nicht sehr viel zu tun, es gab lecker Kaffee (eine Seltenheit… hier gibt’s meist nur arabischen Kaffee!) und ich bekam am Ende des Tages auch noch Einiges an Trinkgeld.

Am nächsten Morgen beschlossen Gesine und ich uns zu unserem (wie ich finde) bis jetzt besten Ausflug aufzumachen. Zu Fuß gingen wir ca. 5 km zum Herzl-Berg. Dort befindet sich das Israelmuseum.

Das größte Modell Jerusalems im Israel Museum.

Dieses Museum ist das gewaltigste, das ich bis jetzt gesehen habe. In ihm befinden sich verschiedene große Ausstellungen: das israelische Museum für bildende Kunst, ein Kunst-Garten, ein Museum für jüdische Ethnographie, eine Abteilung zur Kunstbildung junger Menschen, ein archäologischer Teil und der Schrein des Buches.

Der Schrein von Außen.

Wir haben die gesamte Öffnungszeit (10-17 Uhr) im Museum verbracht und dabei lediglich den archäologischen Teil (inklusive einer temporären archäologischen Kunstaustellung), das Jerusalem Modell vor der Tür und den Schrein des Buches geschafft, sind am Ende sogar mehr oder weniger wegen Schließung rausgescheucht worden.

In der Kunstaustellung zu Beginn des Rundgangs fand ich das hier folgende Dokument am Interessantesten:

Dieses Dokument ist Einsteins Ausfertigung der Relativitätstheorie. Keine Abschrift oder sowas, sondern das tatsächliche Original!

Allein die archäologische Abteilung ist so atemberaubend groß und umfangreich, dass jedem Hobbyarchäologen oder Möchtegern-Indiana-Jones das Herz aufgeht und man sehr schnell eine Reizüberflutung bekommt.

Das erste Kunstwerk der Erde

 

Dabei sind Einige sogar ziemlich bedeutsam: so findet man im Museum z.B. die älteste Sichel und auch die älteste Skulptur und damit das erste Kunstwerk der Erde.Man stößt auf Räume voll mit Gräbern, Schätzen und Artefakten von Völkern wie den Kanaanitern, Aramäern, Etruskern, Babyloniern, Persern, Römern, Griechen, Assyrer, Phöniziern, Philistern, Nabatäern und Moabitern und vielen Weiteren, deren Namen ich mir allerdings nicht alle merken konnte.

Außerdem lagern in diesem Museum die ältesten benutzten Feuersteine, die nördlich der Wiege des Menschen gefunden wurden.

Desweiteren stand ich z.B. auch neben dem Sarg des Herodes.

Schon ein tolles Gefühl diese historisch bedeutsamen Dinge einmal vor sich zu haben.

Das Selbe gilt auch für die Qumran-Rollen, die im Schrein des Buches aufbewahrt werden und die die ältesten Bibeltext-Abschriften der Welt sind!

Sine und Ich vor dem Schrein

Am Abend gingen Gesine und ich den Weg nach Hause auch wieder zurück. Allgemein bringt einem das hier Einiges an Orientierung ein. Einer der Gründe, weshalb wir oft auch einfach losgehen und erkunden… Orientierung ist hier das A und O.

Ein Hyazinth-Ara, entdeckt auf einem unserer Streiftouren. Die Art ist bedroht und steht auf der Artenschutzliste, sitzt hier aber in einem palästinensischen Laden an der Straße und pöbelt gern Passanten an.

Danke wie immer für’s Lesen. Das war’s mit der dritten Woche hier, die Vierte wird dann im zweiten Teil geschildert, der in den nächsten Tagen kommt. See you soon! 🙂

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