Essen, Wetten und Spielkarten

Merhaba Freunde. 🙂

(Hallo Freunde!)

Es wird Zeit mal wieder ein wenig zu berichten.

Gestern war hier nämlich ein besonderer Gottesdienst:

Gaby Zander, die neue Pastorin auf dem Ölberg ist Eingesegnet worden.

Dazu waren viele wichtige Leute, wie z.B. der arabisch-christliche Bischof oder andere Patriarchen vertreten.

Mir wurde dabei eine besondere „Ehre“ zu teil.

Ich trug das Kreuz beim Einzug voraus. In Deutschland kennt man diese Tradition nur teilweise, hier ist es gang und gebe bei feierlichen Anlässen.

Der Gottesdienst selbst war sehr schön, mit Chor und Wanderkommunionsabendmahl.

Leider war die Luft dabei aber etwas stickig.

Als der Gottesdienst vorbei war begann meine erste Arbeit! Denn es wurde zum Empfang in der Propstei geladen und ich musste Essen servieren, Getränke verteilen und abwaschen.

Über die Mittagszeit gingen wir wiedereinmal über den Basar, entspannten von der morgendlichen Betätigung und machten uns für die um 17 Uhr anstehende „DEI Annual Garden Party“ auf dem Ölberg im Deutschen Archäologischen Institut fertig.

Wir fuhren im Propomobil (Auto vom Propst 😀 ) hoch und dort gab es tatsächlich (kaum zu glauben!!) Heineken und Carlsberg Bier und wunderbares Essen, für das ein palästinensischer Mitarbeiter des DEI mit seiner Familie die ganze Woche geschuftet hatten.

Wir lernten wieder einmal viele neue Leute kennen und hatten einen schönen Abend. Weil allerdings heute die Arbeit anstand fuhren wir um 21 Uhr Ortszeit wieder nach Hause.

Gerade recht um noch den Tatort-Livestream im Internet anzuschmeißen. So verbrachten Gesine, Friederike und ich also unseren ersten gemeinsamen WG-Abend bei Wasser, Cola und einem Tatort. 🙂

Heute begann die Arbeit, die aus Rezeptionsdienst und dem Austragen von Plakaten in der ganzen Stadt (ca. 5 Stunden!) bestand. Jetzt sind wir ganz schön kaputt, aber werden am noch mit den anderen Volos Fußball Deutschland vs, Schottland schauen.

Demnächst werde ich mich, jetzt wo man sich langsam einlebt, auch einmal nach Sportmöglichkeiten (Karateconnections) umtun und vielleicht auch mal ein Training besuchen. 🙂 Eine Geige habe ich schon ausgeliehen bekommen! So langsam geht also alles seinen Gang.

Gesine und Friederike, meine Mitbewohnerinnen. Beim Plakate aufhängen stießen wir auf diesen Bücherschrank im Stadtbezirk „German Colonies“ in einer Bushaltestelle – und wurden tatsächlich fündig! Hier standen viele hebräische, arabische, niederländische, englische und auch deutsche Bücher! 🙂

 

Die letzte lustige Story für heute möchte ich aber noch erzählen!

Wie man ja vielleicht schon mitbekommen hat, sind wir Volos eine lustige Truppe.

So waren wir am Samstag Abend noch auf die Idee gekommen etwas trinken zu gehen. Am Nachmittag nun, hatten wir 3 Mädchen kennengelernt, die im Jerusalemer Johanniter-Hospiz untergebracht sind. Sie hatten uns von einer 5-Schekel Bar erzählt, in der jedes Getränk nur 5 Schekel kosten sollte (1,14 €). Das wirkte bei den hiesigen Getränkepreisen (ein Bier 4-5 €) wie ein Traum.

Leider hatten wir aber nur die nächstgelegene Straßenbahn Station dieser Bar als Anhaltspunkt, also eine grobe Richtung, aber keine Adresse.

So machten wir uns auf den Weg!

„Zufällig“ kamen wir dann am Johanniter-Hospiz vorbei und überlegten nun ob wir klingeln sollten (es war 21 Uhr…). Dann brachte Gesine aber den lustig gemeinten Spruch „Schreibt doch gleich nen Liebesbrief!“, den wir dann allerdings wörtlich nahmen. 😀

So lautete der Brief, den ich auf einen kleinen Zettel schrieb:

Liebe Volos des Johanniter-Hospiz!

Wir brauchen eure Hilfe: wir suchen die fünf Schekel Bar!

Meldet euch doch mal bei uns.

Mobil: +92**********

In Liebe,

Euer Team Bob Maria!


Zufällig kamen, gerade als wir den Brief irgendwie durch die Tür schaffen wollten Gäste des Hauses vorbei, die ihn für uns mit hinein nahmen. Doch dann ging es erst richtig los:

Wir schlossen Wetten ab, wann sich die Johanniter-Volos als Erstes bei uns melden würden!

Ich sagte 24 Uhr des selben Tages und Kathrin 10 Uhr, Jasper 12 Uhr, Magnus 13 Uhr, Simon 14 Uhr und Gesine 14:01 Uhr  des Folgetages,

Leider gewann keiner. Das Einzige, was wir zunächst hörten, war, dass am Weinempfang nach Frau Zanders Einführung der Leiter des Hospiz zu uns kam und erzählte, er könne gern auch Grüße ausrichten, da er gehört hätte, dass beim Frühstück ein kurioser Zettel kursierte, bei dem sie sich nicht sicher waren, ob das Herz ein Junge oder ein Mädchen gemalt hätte. 😀

Doch auch als Gesine und ich heute die Mädels trafen, verloren sie außer einem hämischen Grinsen kein Wort über die Aktion. Deshalb gibt es keinen Gewinner der Wette, aber wir hatten dabei eine Menge Spaß, auch wenn es in Aktion lustiger ist, als wenn man es liest.

Alles in allem fanden wir die 5-Schekel-Bar aber tatsächlich noch und tranken dort unser Bier. Sie liegt direkt an der Grenze zu Mea Sheariim, dem streng orthodoxen Viertel, was bedeutet, dass auch viele Juden dort hingehen; sehr spannend und zugleich sehr skurril. Wir vielen dort dadurch natürlich wieder mal auf, aber spätestens als Gesine ihr Diddl-Kartenspiel auspackte und wir Mau-Mau spielten.

Die Johanniter-Kapelle in unserer Propstei

Ich möchte mich außerdem für das viele Lesen bedanken und wünsche Euch weiterhin alles Gute!

Falls jemand versucht mich zu erreichen, hier meine israelische Handynummer:

+972 576901338

Außerdem habe ich ein WG-Festnetz-Telefon!

Einfach unter 00972 2626 6800 an der Propstei-Rezeption nach Leander oder der Volo-WG fragen, dann werdet ihr verbunden (oder habt mich sogar direkt dran).

🙂

Liebe Grüße (wie immer) aus dem heißen, sonnigen und wunderschönen nahen Osten,

Leander

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