Startseminar!

Guten Morgen Ihr Lieben.

Mittlerweile ist das Startseminar schon vorüber und ich habe mich richtig eingelebt.

Nachdem wir am Dienstag angekommen sind, haben wir am Mittwochmorgen die Einsatzstellen kennengelernt. Dazu hat uns Anette zunächst in der Propstei und danach in der Erlöserkirche und der Altstadt herumgeführt, danach schauten wir noch auf dem Turm vorbei.

Blick vom Turm der Erlöserkirche auf Haram Al-Sharif und Ölberg

Die Erlöserkirche liegt in mitten dieser Gassen an der Muristan Road. Die Muristan Road gehört vollständig mit dem dazugehörigem Gelände der deutschen evangelischen Gemeinde, nachdem wir es von Kaiser Wilhelm II. und der vom armenischen Sultan geschenkt bekam. Muristan heißt im Altarabischen Krankenhaus bzw. Irrenhaus, was auf das antike Krankenhaus des Johanniterordens zurückzuführen ist.Damit Ihr in Deutschland eine ungefähre Vorstellung habt: die Altstadt besteht aus Gassen, die so schmal sind, dass sie alle nur für Fußgänger (und einige nervenaufreibende Rollerfahrer zugänglich sind).

Die Johanniter wurden von Tempelrittern nämlich hier, genau an diesem Ort gegründet.

Aus diesem Grund befindet sich direkt bei unserer Wohnung auch die sogenannte Johanniterkapelle.

Als ich bei Anettes Führung die Erlöserkirche betrat, hoffte ich, wie man es als Deutscher gewöhnt ist, auf eine angenehme Kühle. Damit wurde ich leider enttäuscht. Denn wenn die Kirchen hier keine Klimaanlagen besitzen, dann ist es darin auch nicht kühl. Ein großer Unterschied zu Deutschland.

In den ersten drei Tagen hier ging es mir kreislaufmässig allgemein nicht so super, doch nachdem man sich akklimatisiert hatte, ist es wunderschön: Sonnig, Warm und Trocken.

Die Propstei ist sehr groß, es dauert ein Wenig, bis man sich orientiert hatte. Sehr cool ist sowohl unsere Terrasse in den Kreuzgang, aber auch unsere Volontärsterrasse auf dem Dach, die sehr groß ist, auf der man laut sein darf und von der aus man auf die großen öffentlichen Dächer kommt, die z.B. auch zum Observation Point führen.

Das ist auch das Besondere an dieser Stadt: Jerusalem ist in Schichten gebaut. Das ist auf die Geschichte zurückzuführen und nicht leicht zu erklären.

„Ganz unten“ sind eben die Gassen der Altstadt, auf denen überall typisch arabische/südländische Basare stattfinden. Darüber in der nächsten „halben Schicht“ die normalen Wohnhäuser und darauf die Dächer, von denen man aus aber auch über Treppen wieder auf die Basare oder die Hausebenen kommt. Aus dem Grund sind auf den Dächern der Propstei auch überall Löcher als Belüftung der darunterliegenden Basare.

Pilgergruppe am griechisch-orthodoxen Feiertag auf der Via Dolorosa

Auf dem Basar bekamen wir am ersten Tag außerdem gezeigt, welche Läden man vertrauenswürdig zum einkaufen benutzen kann, ohne „abgezockt“ zu werden.

Genug zum Umfeld. Nach der Einführung in die Einsatzstellen und der Tour durch die Altstadt besprachen wir mit unserem Propst die Infrastruktur der Gemeinde und fuhren danach auf den Ölberg, von welchem aus man einen herrlichen Blick über die ganze Stadt genießt.

Hier wohnen die anderen Volontäre Magnus, Kathrin, Jasper und Simon.

Blick vom der Himmelfahrtskirche auf dem Ölberg in Richtung Süden

Wir lernten deren Wohnungen kennen und gingen danach ins Café Auguste Victoria. Dort feierten wir eine sehr schöne After-Work-Party, die immer Mittwochs steigt, lernten Leute von der EU kennen und aßen und tranken.

Am Donnerstag dem 03.09. machten wir eine Stadttour, vorbei an allen großen und bekannten Stätten, also Felsendom, Klagemauer, Dormitio (Davidsgrab und Raum des letzten Abendmahls), Armenisches Viertel und Grabeskirche. Dabei war es sehr schön die Stätten mal selbst kennen zu lernen, nachdem man in der Schule und privat schon so unglaublich viel darüber gelesen und gesehen hatte. Am faszinierendsten fand ich den Haram Al-Sharif, den Tempelberg, auf dem der Felsendom steht.

Klagemauer
Felsendom

Dormitio-Abtei
Grab von König David
Unsere Volos beim Falafelessen 🙂
Grabeskirche

Dort sahen wir eine Frau in Burka, die die ganze Zeit nur durch die Gegend striff war, um zu Allahuakbar zu schreien, wenn ein Siedler oder Jude zu sehen war. (Video kommt noch.)

Nachmittags führte uns Herr Vieweger durch die Ausgrabungen des DEAI unter der Erlöserkirche. Dieser Vortrag war so unglaublich interessant, dass ich nun direkt Lust habe selbst Archäologie zu studieren. Die Dinge, die er uns so gezeigt und erklärt hat, könnt ihr auch gern im Internet einsehen: http://www.durch-die-zeiten.info

Am Donnerstagabend hatten wir das erste Mal frei und gingen deshalb mit Musi und Sam, unseren ersten „After-Work“- Bekannten was trinken. Dazu suchten wir die Bar HaCassetta in Westjerusalem auf.

Magnus und ich in der Bar HaCassetta

Folglich viel mir das Aufstehen am Freitag nicht leicht, aber nach ’ner kalten Dusche und dem Frühstück rang ich mich durch und fuhr mit den anderen zum Ölberg, um eine letzte Einführung von Lissy (unserer Vorvolontärin, die jetzt im Café als Seniorvolontärin einspringt) in unsere Arbeit ins Café zu bekommen.

Dort bekamen wir auch ein wunderbares Mittagessen vom Koch gezaubert. Am Nachmittag gab’s eine Feedback-Runde für die letzten Tage.

Abends folgte dann das Highlight des Tages:

Wir fuhren alle gemeinsam nach Yedidya in eine Synagoge, um am Shabbat-Gottesdienst teilzunehmen. Das war eine Erfahrung, die ich so noch nicht gemacht habe. Es war rappelvoll, die Gesänge verliehen mir eine Gänsehaut und es war sehr nett, wie sich die Juden um uns herum darum gekümmert haben, dass wir mitbekommen, worum es geht. Nicht wenige von ihnen konnten sogar deutsch. 🙂 Ein sehr gelungener Abend also.

Heute nachmittag fahren wir nach Latrun, um den Kindergottesdienst kennenzulernen und morgen beginnt unsere Arbeit hier.

Von da an werde ich mich vermutlich in nicht mehr allzu regelmäßigen Abständen melden, sondern immer, wenn es gerade etwas Neues gibt oder ich Zeit habe!

Also einfach immer mal zwischendurch reinschauen. =)

Liebe Grüße.

Euer Leander!

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